Laufen im Dunkeln oder die Angst vorm Vampir

Von: outcast104

Vor Kurzem habe ich mit mehreren Läuferkumpels ein wenig gefachsimpelt. Dabei sind wir auf das Thema: “Laufen mit Stirnlampe im Dunkeln” gekommen. Ich erzählte, das ich seit Jahren mit meiner Stirnlampe durchs Dunkel renne. Die Antworten, die ich dann erhielt, haben mich dann erstaunt.

„Da kann man sich doch nur verletzen, weil man nichts sieht.“

„Egal, wieviel Reflektoren du trägst, du wirst übersehen und dann umgefahren.“

„Nee, da trainiere ich lieber weniger. Sieht doch blöd aus, mit so einer Grubenleuchte.“

Upps, und ich dachte immer, das viele im Herbst auch bei Dunkelheit laufen. Das gehört doch einfach zum regelmässigen Training dazu. Aber dem scheint ja nicht so zu sein (Falls ihr einer seid, schreibt mir doch einen Kommentar). Ich kann ja die Sorgen verstehen, aber wenn man sich an gewisse Regeln hält, sollte es ungefährlich sein. Daher hier meine 6 Regeln für das “Laufen im Dunkeln” oder wie ich es nenne: Dunkellaufen.

6 Regeln für das entspannte Dunkellaufen

Das Dunkellaufen unterscheidet sich vom Laufen bei Tageslicht durch eine höhere Vorbereitung. Wenn du bei Tage einfach losrennen kannst, musst beim Dunkellaufen auf “Sehen und gesehen werden” achten. Das schlägt sich auch in meinen Regeln/Erfahrungen nieder.

Muskelkatrs Regeln fürs Dunkellaufen

  • Nie ohne Stirnlampe ins Dunkel
  • Reflektoren sind im Dunkeln Pflicht
  • Asphalt ist des Dunkelläufers Freund
  • Blinken ist besser als Reflektieren
  • Vampire sind wahrscheinlich nur Tauben 😉
  • Nicht Ideallinie laufen sondern die sicherste Linie

Nie ohne Stirnlampe ins Dunkel

Eine Stirnlampe muss zu einem passen, wie ein Schuh. Zum Beispiel meine Stirnlampe. Sie ist ein schweres Ding, es gibt mit Sicherheit viel leichtere, aber die sind für Weicheier. Nein, jetzt mal ernsthaft. Ich habe eine sehr leichte Stirnlampe, die gut ausleuchtet. Aber ich vertraue ihr nicht. Ich habe immer Sorge, das die Batterie nicht so lange hält oder sie einfach kaputt geht. Ich brauche meinen Flakscheinwerfer von einer Stirnlampe. Dieser Okolyt ist das, was mir Sicherheit im Dunkeln gibt. Warum? Nun,

  • ich kann damit sehr weit leuchten
  • Ich habe ein blinkendes Rücklicht. Ich bin immer erstaunt, wie spät Autofahrer reagieren. Ich habe das Gefühl, das ich mit dieser Stirnlampe seitdem weniger Gefahrenmomente hatte.
  • Wenn wiedermal ein Auto mit Aufblendlicht mir jede Sicht nimmt, brauche ich nur leicht den Kopf heben und mein Laserschwert von einer Stirnlampe zwingt den Fahrer zum Abblenden. (Ein geniales Gefühl 😉 )
  • Wenn dann mal ein Vampir kommen sollte, nehme ich einfach das Ding in die Hand und erschlage ihn damit.

Zum Thema Stirnlampe = peinliches Aussahen kann ich nicht wirklich etwas sagen, da für mich Sicherheit immer vor Schönheit geht.

„Sicherheit geht vor!!“

Des weiteren gibt es ja auch noch die Möglichkeit, das man eine Taschenlampe statt einer Stirnlampe nimmt. Ich finde nur, das stört massiver beim Laufen, da man die Hände nicht frei hat.

Reflektoren sind im Dunkeln Pflicht

Es kann immer mal sein, das die Batterie deiner Lampe versagt und trotzdem solltest du auf einem Waldweg oder an einer Landstraße sichtbar bleiben. Gerade wenn ein Auto dich anleuchtet, daher sind sie ein unverzichtbares Element beim Laufen im Dunkeln.

Es gibt die verschiedensten Arten Reflektoren fürs Laufen.
– Aufdrucke auf deiner Laufkleidung
– Westen
– Armbinden
– LED-Streifen

Meiner Meinung nach sind die Signalwesten die beste Lösung.
Der ganze Rumpf leuchtet wenn du angestrahlt wirst. Bei Stirn oder Armbänder gibt es das Problem das sein teilweise durch deinen Körper verdeckt sind. Daher meine Empfehlung die Signalweste wie im Auto oder die schnittige Version von Tchibo http://www.tchibo.de/weste-mit-reflektoren-p400074009.html.

Asphalt ist des Dunkelläufers Freund

Im Dunkeln gehe ich bei meiner Laufstrecke kein Risiko ein. Ich laufe dann nur auf befestigten Wegen und nehme Strecken die ich sehr gut kenne. Wer mit Stirnleuchte schon gelaufen ist, kennt den veränderten Blickwinkel durch eine Lampe. Sie beleuchtet einen Bereich gut aus und der Rest steht im Dunkeln. Also, vermeidet unbefestigte Feld- und Waldwege im Dunkeln. Es ist einfach besser und wirkliche Rekorde wird man im Dunkeln sowieso nicht gelaufen.

Blinken ist besser als Reflektieren

Im normalen Straßenverkehr habt ihr bestimmt schon mal Blinklichter erlebt. Sie werden einfach stärker wahrgenommen als ein normaler Scheinwerfer. So ist es auch beim Dunkellaufen. Wenn ihr etwas Blinkendes am Körper tragt, erkennen Euch die Autofahrer schneller. Daher habe ich mir auch eine Stirnlampe mit blinkendem Rücklicht besorgt.

Nicht Ideallinie laufen sondern die sicherste Linie

So eine LED-Stirnlampe ist schon stark und leuchtet auch unglaublich weit, aber trotzdem hat es seine Grenzen. LED Licht hat die Eigenschaft sehr punktuell und abgegrenzt zu leuchten. Alles was nicht direkt angeleuchtet wird, bleibt im Dunkeln. Wenn ihr also knapp an der Wegkante lauft, erkennt ihr im Dunkeln sehr spät ob dort eine Unebenheiten ist.

Daher solltet ihr darauf verzichten immer knapp an der Kante (z.B. von Fahrradwegen) zu laufen. Das Risiko umzuknicken oder etwas zu übersehen ist einfach höher, da man nicht soweit und so genau sieht, wie der Weg beschaffen ist. Deswegen ja auch befestigte Wege.

Vampire sind wahrscheinlich nur Tauben 😉

Jedes Mal wenn ich im Dunkeln laufe, wartet ein Vampir auf mich.

Naja, vielleicht nicht ein Vampir, aber ein Wolf?, oder vielleicht doch eher dieses Ding aus Alien, …

Das ist jedenfalls das was ich in dem Augenblick denke, wenn ein Vogel durch meine Stirnlampe aufgeschreckt wird und mit viel Getöse aus einem Baum auffliegt. Mein Herz bleibt kurz stehen und ich schwöre mir, nur noch im Hellen zu laufen. Aber nach 5 Minuten habe ich es gleich wieder vergessen und es geht weiter.
Ich dachte nach den ersten Runden im Dunkeln, das ich mich daran gewöhne. Nein, das habe ich bis heute nicht. Ich habe immer eine nicht unangenehme Anspannung im Dunkeln. Ehrlicherweise bin ich ganz froh, das dem so ist. Denn so vermeide ich unaufmerksam zu werden.
Ich habe einen Bekannten, der für den Ironman trainiert und daher sehr oft auch im Dunkeln läuft, um überhaupt seinen Trainingsplan einhalten zu können. Selbst der zuckt noch regelmäßig bei Lauftrainings im Dunkeln zusammen.
Also, die Vampire ähh Tauben werden deinen Weg immer begleiten.

Wenn ihr mit dem Dunkellaufen nun anfangen wollt, kann ich Euch nur raten. Startet am Wochenende, googelt den Zeitpunkt des Sonnenuntergang bei Euch, schnappt euch eure Stirnlampe, schnallt die Reflektoren an und versucht eine kleine Runde.

Mich würden Eure Erfahrungen dazu interessieren. Schreibt sie mir in die Kommentare.

2 thoughts on “Laufen im Dunkeln oder die Angst vorm Vampir

  1. Schön geschrieben 🙂 Jetzt ist „dunkel“ auch kein Argument mehr. Ein Kollege von mir verwendet manchmal eine „Zombie“-Lauf-App, bei der man zwischendurch verfolgt wird. Könnte zum Dunkellaufen gut passen…

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